Breitnau kämpft für das Überleben des Schmiedehäusle!
Eine überwältigende Welle der Zuversicht geht durch Breitnau: Eine aktuelle Online-Umfrage zeigt, wie sehr die Bevölkerung hinter ihrem Dorfladen „Schmiedehäusle“ steht. Bis Anfang Februar haben sich fast 170 Bürgerinnen und Bürger an der Befragung beteiligt – ein beispielloses Echo, das den hohen Stellenwert des Ladens im Dorfleben unterstreicht. Nahezu alle Teilnehmenden erklärten, auch künftig im Schmiedehäusle einkaufen zu wollen – viele davon regelmäßig, rund ein Drittel würde dort sogar den Großteil seiner Einkäufe erledigen. Kaum jemand kann sich ein Dorfleben ohne diesen Laden vorstellen. „Unser Dorf ohne Schmidhisle ist arm dran“, brachte es eine Rückmeldung in der Umfrage auf den Punkt.
Von den knapp 170 Teilnehmenden gaben 85 sogar ihren Namen und 64 ihre E-MailAdresse an – ein Hinweis, wie ernst es den Leuten mit ihrem Bekenntnis zum Dorfladen ist. Die allermeisten wollen auch künftig im Schmiedehäusle einkaufen; nur eine winzige Minderheit würde den Laden selten nutzen. Besonders regionalen Produkten messen die Menschen große Bedeutung bei: Immer wieder nannten sie das hochwertige Angebot an Lebensmitteln aus der Region als Herzstück des Ladens – vom frischen Gemüse örtlicher Landwirte bis zum Holzofenbrot vom Fallerhof, das im Supermarkt so nicht zu bekommen ist.
Zugleich soll das Schmiedehäusle mehr denn je als sozialer Mittelpunkt dienen. Viele wünschen sich, dass man beim Einkaufen ins Gespräch kommt und neue Angebote den Laden bereichern. Genannt wurden etwa eine kleine Café-Ecke direkt im Laden als Treffpunkt, eine Post- und Paketannahmestelle oder ein Lieferdienst – etwa feste Bring-Tage für Senioren. Auch längere Öffnungszeiten stehen weit oben auf der Wunschliste. So regten mehrere Befragte an, Lösungen für späten Einkauf zu schaffen, zum Beispiel einen 24/7 zugänglichen Selbstbedienungsbereich oder automatisierte Abholstationen. Wichtig sei vielen dabei, moderne Ideen mit dem traditionellen Charakter des Dorfladens zu verbinden, der persönliche Service und das Miteinander solle nicht verloren gehen.
Genauso beeindruckend wie die inhaltlichen Ideen ist die Bereitschaft der Bürgerschaft zur Mithilfe. Zahlreiche Breitnauer möchten selbst mit anpacken: Über 20 Personen haben angeboten, sich schon bei Planung und Einrichtung des neuen Ladens zu beteiligen, und gut ein Dutzend wollen später im laufenden Betrieb hinter der Ladentheke helfen. Die meisten dieser Helfer stehen gelegentlich für einzelne Einsätze bereit, einige sogar regelmäßig mit fester Verantwortlichkeit. Auch finanziell ist der Rückhalt groß: Insgesamt kamen unverbindliche Zusagen in Höhe von knapp 104.000 € an möglichem Startkapital zusammen. Viele Bürger wären bereit, sich als Genossenschaftsmitglieder oder mit Spenden an der Wiedereröffnung zu beteiligen – ein deutliches Zeichen des Vertrauens in die Zukunft des Dorfladens und ein starkes Signal an potenzielle Betreiber.
Suche nach Marktleitung läuft: Parallel zur Umfrage hat die Initiativgruppe bereits erste Gespräche mit möglichen Ladenbetreiber:innen geführt. Dabei wird auch die Zusammenarbeit mit bewährten Dorfladen-Konzepten wie etwa dem überregionalen Franchise „Tante M“ ausgelotet. Eine endgültige Nachfolgelösung ist allerdings noch nicht gefunden – die Suche nach einer engagierten Marktleitung läuft weiterhin auf Hochtouren. Wer Interesse an der Ladenübernahme hat, kann sich weiterhin gerne melden. „Wenn sich jemand für die Ladenübernahme interessiert, setzen wir alles daran, das möglich zu machen!“, verspricht Initiator Jochen Faller voller Optimismus.
Trotz aller Herausforderungen überwiegt in Breitnau der Optimismus. Die Initiatoren und die Gemeinde zeigen sich begeistert von der Solidarität und dem Ideenreichtum, den die Umfrage offenbart hat. „Ihr seid großartig – herzlichen Dank für die vielen Rückmeldungen, Ideen und Angebote!“, ließ Bürgermeister Markus Kleiser die Bürgerinnen und Bürger wissen. Jetzt gelte es, diesen Rückenwind mitzunehmen. Alle Breitnauerinnen und Breitnauer sind eingeladen, sich weiter einzubringen – ob als Kundschaft, als Helferinnen und Helfer oder durch finanzielle Beteiligung. Gemeinsam will die Dorfbevölkerung ihr Schmiedehäusle in eine erfolgreiche Zukunft führen. „Gemeinsam schaffen wir das!“ lautet denn auch der einstimmige Tenor im Dorf. Kontakt: schmiedhisle@web.de



